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Vicki Baum (1888-1960): Zwischen Wien, Hollywood und Exil

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Wenn man über Vicki Baum spricht, erzählt man die Geschichte einer Frau, die ihrer Zeit oft weit voraus war. Geboren wurde sie am 24. Januar 1888 in Wien als Hedwig Baum. Schon früh zeigte sich, dass sie nicht einfach nur einen geradlinigen Lebensweg einschlagen würde. Sie war neugierig, ehrgeizig und voller Energie — Eigenschaften, die ihr Leben und Schreiben prägen sollten.

 

Vicki Baum begann zunächst eine ganz andere Richtung: Sie lernte Musik und arbeitete als Harfenistin. Doch ihre eigentliche Leidenschaft lag bald woanders — beim Schreiben. Sie veröffentlichte erste Texte, arbeitete als Journalistin und fand schließlich ihre literarische Stimme. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Romane, in denen sie das Leben moderner Frauen, gesellschaftliche Spannungen und menschliche Sehnsüchte mit viel Gespür für Atmosphäre und Charakter.

 

Ihr größter Erfolg war zweifellos der Roman „Menschen im Hotel“ aus dem Jahr 1929. Das Buch machte sie international berühmt und wurde später auch verfilmt. Baum verstand es wie kaum eine andere, das Großstadtleben, seine Verlockungen und Einsamkeiten einzufangen. Ihre Figuren wirkten lebendig, nahbar und oft überraschend modern.

 

Doch ihr Leben war nicht nur von Erfolg geprägt. Als Jüdin musste Vicki Baum in der Zeit des Nationalsozialismus Deutschland verlassen. 1932 ging sie zunächst in die USA, wo sie später auch die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Der Neuanfang war nicht leicht, aber sie schrieb weiter — unbeirrt, diszipliniert und mit bemerkenswerter Schaffenskraft.

 

Vicki Baum starb am 29. August 1960 in Los Angeles. Zurück blieb das Bild einer außergewöhnlichen Frau: selbstbewusst, weltläufig, talentiert und mit einem feinen Blick für die Widersprüche des Lebens. Ihre Bücher lesen sich bis heute nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Zeitbilder einer Epoche, in der sich die Rolle der Frau und die moderne Gesellschaft stark veränderten.

 

Wer Vicki Baum liest, begegnet nicht nur einer erfolgreichen Autorin, sondern einer Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist — mit Mut, Stil und einer klaren literarischen Handschrift.



Literatur


  • Ute Hechtfischer, Renate Hof, Inge Stephan, Flora Veit-Wild hrsg. Metzler Autorinnen Lexikon Verlag J.B. Metzler 1998

  • Gisela Brinker-Gabler hrsg. Deutsche Literatur von Frauen. Zweiter Band 19. Und 20. Jahrhundert C.H. Beck München 1988

 
 
 

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