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Franziska zu Reventlow (1871-1918):Zwischen Freiheit und Konvention

  • vor 21 Stunden
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Franziska Gräfin zu Reventlow wurde am 18. Mai 1871 im Schloss vor Husum geboren. Sie war eine vielseitige deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin und Malerin. Franziska wurde als fünftes von sechs Kindern des preußischen Landrats Ludwig Graf zu Reventlow und seiner Frau Emilie, geborene Gräfin zu Rantzau, geboren. Die Familie pflegte enge Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit, darunter der Schriftsteller Theodor Storm. In ihrem autobiografischen Roman „Ellen Olestjerne“ (1903) schilderte sie ihre strenge Erziehung zur „höheren Tochter“ und ihren Aufbruch in ein unabhängiges Leben.


Nach der Schulzeit, in der sie unter anderem im Altenburger Magdalenenstift eine strenge Ausbildung erhielt, besuchte sie das Roquettesche private Lehrerinnenseminar in Lübeck, das sie 1892 erfolgreich abschloss. Ihre Jugend war geprägt von rebellischen Zügen, die schließlich zu einem Bruch mit ihrer Familie führten. Nach mehreren Fluchtversuchen aus ihrem familiären Umfeld heiratete sie 1894 den Hamburger Gerichtsassessor Walter Lübke, doch die Ehe zerbrach rasch, und sie führte ein eigenständiges Leben voller Herausforderungen.


In München begann Reventlow ein Malstudium und bewegte sich in einem kreativen Umfeld, das von literarischem und künstlerischem Austausch geprägt war. Ihr Sohn Rolf wurde 1897 geboren, der Vater blieb anonym. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitete sie als Übersetzerin und Autorin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und war zeitweise in der Theaterwelt aktiv.


Reventlows literarisches Werk ist geprägt von einem humorvollen, satirischen Stil, der oft autobiografische Elemente beinhaltet. Ihr erster Roman „Ellen Olestjerne“ und ihre späteren Werke reflektieren ihre Erfahrungen in der Bohème und ihren unkonventionellen Lebensstil. Ihr bekanntestes Buch, „Herrn Dames Aufzeichnungen“, bietet einen ironischen Blick auf die Münchner Künstlerszene.


Ab 1910 lebte sie in Ascona, wo sie weiterhin schrieb und eine Scheinehe mit dem Baron Alexander von Rechenberg-Linten einging. Trotz zeitweiliger finanzieller Not und gesundheitlicher Probleme blieb sie literarisch aktiv und veröffentlichte zahlreiche Werke bis zu ihrem Tod.


Franziska zu Reventlow starb im Alter von 47 Jahren am 26. Juli 1918 infolge eines Fahrradsturzes in Locarno. Ihr literarisches Erbe wird bis heute gewürdigt, insbesondere für seine humoristische und gesellschaftskritische Perspektive auf das Leben in der Münchner Bohème. Ihre Werke sind weiterhin relevant und zeigen die Herausforderungen und Freiheiten eines Lebens jenseits traditioneller gesellschaftlicher Normen.


Literatur


  • Katharina Herrmann: Dichterin und Denkerinnen, Philipp Reclam jun. Verlag GmbH 2020

  • Ute Hechtfischer, Renate Hof, Inge Stephan, Flora Veit-Wild hrsg. Metzler Autorinnen Lexikon Verlag J.B. Metzler 1998

  • Gisela Brinker-Gabler hrsg. Deutsche Literatur von Frauen. Zweiter Band 19. Und 20. Jahrhundert C.H. Beck München 1988

 
 
 

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